Kontrolle ist besser: So schützen Sie Ihre Daten im Netz
Vertrauen ist gut: Datenschutz selbst gemacht
Jan Johannsen
Die aktuellen Schlagzeilen um den Verkauf von Datensammlungen machen erneut deutlich, wie interessant Ihre persönlichen Informationen sind. Aber nicht nur am Telefon lauern Datensammler: Das Internet ist für Kriminelle ein unerschöpflicher Quell, den die Menschen selbst zur Verfügung stellen. Wie Sie Ihre Privatsphäre im Internet effektiv schützen können, lesen Sie hier.
Inhalt
- Sechs Millionen für 850 Euro
- Das Internet als Datenquelle
- Behutsam mit eigenen Daten umgehen
- Weitergabe oder Nutzung zu Werbezwecken verbieten
- Falsche Angaben machen
- Cookies, Flash und Scripte blockieren
- Auf den Rat anderer Surfer hören
- Spyware und andere "Nach-Hause"-Telefonierer
- Keine Anhänge von unbekannten Absendern öffnen
- Auskünfte einholen
Sechs Millionen für 850 Euro
Den Stein ins Rollen brachte eine CD, die der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein Mitte August 2008 zugespielt wurde. Sie enthielt 17.000 Datensätze mit Namen, Adressen und sogar Kontodaten.
Wie leicht es für Werbetreibende oder gar Kriminelle ist, an vergleichbare Datensammlungen zu kommen, demonstrierte der Vorstand des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen Gerd Billen. Er beauftragte einen Testkäufer, solche Datensätze zu besorgen.
Bereits nach zwei Tagen hielt Billen CDs mit Daten von sechs Millionen Bürgern in der Hand, vier Millionen davon sogar inklusive Bankverbindung. Gekostet haben die Datensätze im Internet nur 850 Euro. Woher diese Daten stammen, ist nicht bekannt. Die Datenträger hat Billen inzwischen dem Datenschutzbeauftragten und der Staatsanwaltschaft übergeben.

![]()
![]()
Für wenige Cent bekommt man Adresse und Kontodaten von nichtsahnenden Bürgern.
Diesen sechs Millionen Personen könnte man nicht nur Werbung zusenden oder versuchen, ihnen am Telefon Verträge zu verkaufen, sondern bei zwei Drittel sogar Geld vom Konto abbuchen. Wer diese ungerechtfertigte Abbuchung nicht innerhalb von sechs Wochen von seiner Bank rückgängig machen lässt, hat nur sehr geringe Chancen, sein Geld jemals zurück zu bekommen.
Das Internet als Datenquelle
Nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts Forsa hatten im Frühsommer 2008 rund neun Millionen Bundesbürger, und damit etwa 20 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, ein Profil bei Netzwerken wie StudiVZ, Facebook oder Xing. Einer Studie des Branchenverband Bitkom zufolge veröffentlichen mehr als 15 Millionen Deutsche eigene Fotos im Web. Fast zwölf Millionen beteiligen sich an Diskussionen und Foren, 6,8 Millionen haben eine Homepage und 1,8 Millionen einen Blog. Etwa 10,5 Millionen Bundesbürger veröffentlichen "sonstige persönliche Daten" im Netz.
Diese riesigen Datenbestände sind größtenteils öffentlich zugänglich und können von Datensammlern abgegrast werden. Überlegen Sie sich also gut, was Sie wo im Internet veröffentlichen. Beim Schutz der eigenen persönlichen Daten sollte man sich nicht auf bestehende und neue Gesetze des Staats oder die Wirtschaft verlassen, sondern ihn selbst in die Hand nehmen.
Behutsam mit eigenen Daten umgehen
Der erste und grundsätzlichste Ratschlag von Datenschützern lautet, dass man vorsichtig und sparsam mit seinen Daten umgehen soll. Dies gilt nicht nur für Angaben gegenüber Firmen, sondern auch bei Selbstauskünften in Web-Communities, Blogs oder auf der eigenen Homepage. In der Regel sind diese Informationen öffentlich zugänglich und jeder kann auf sie zugreifen, ohne dass Sie davon erfahren.
Druckversion | Links zum Artikel | Kommentare
Mehr über: Verbraucherschutz, Sicherheit, Internet
-
Datenschutzgipfel: Gesetzesänderungen geplant
Schäuble: Bürger sollen Datenweitergabe zustimmen müssen -
BITKOM: Online-Singlebörsen boomen
Umsatz stieg 2007 um fast ein Drittel auf 85 Millionen Euro -
Internetnutzer: China überholt die USA
228,5 Millionen zu 217,1 Millionen
Links zum Artikel
Jetzt sind Sie dran.
Kommentieren
Vertrauen ist gut: Datenschutz selbst gemacht
Was sagen Sie dazu?
Diesen Artikel verlinken
Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons-Lizenz.
nach oben








