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07.03.2007
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Winzig kleine Punkte plaudern Seriennummer und Druckdatum aus

Überwachungstendenz steigend: Selbst Drucker spitzeln

Drucker

Überwachungstendenz steigend: Selbst Drucker spitzeln

Schwindende Anonymität ist ein Trend dieser Zeit. Mit RFID-Chips und dem ePass bleibt kaum eine Information über Personen verborgen. Die Telekommunikations-Überwachungsverordnung macht Abhör-Attacken einfacher. Handys lassen sich orten und können so jederzeit den Standort verraten. Dass aber selbst Drucker zur digitalen Bespitzelung beitragen, ist vielen neu. Mittels winzig kleiner Punkte brandmarkt der Drucker das Papier mit Seriennummer und Datum.

Hinter jeder neuen Idee - ob gut oder schlecht - steckt ein Grundgedanke. In diesem Fall haben sich führende Druckerhersteller mit der US-Regierung zusammengesetzt, mit dem Ziel Dokumenten- und Geldfälschern das Handwerk zu legen. Mittels winzig kleiner, mit bloßem Auge nicht erkennbarer gelber Punkte markiert der Drucker jedes einzelne Papier mit einem digitalen Fingerabdruck, bestehend aus Seriennummer, Datum und Uhrzeit.

Xerox spielt mit offenen Karten

Zumindest der Druckerhersteller Xerox weist im Handbuch auch ausdrücklich darauf hin: "Das Farbdrucksystem ist entsprechend der Forderung zahlreicher Regierungen mit einem fälschungssicheren Kennzeichnungssystem ausgerüstet. Jede Kopie wird mit einer Kennzeichnung versehen, die nötigenfalls die Identifizierung des Drucksystems ermöglicht, mit dem sie erstellt wurde. Dieser Code ist unter normalen Bedingungen nicht sichtbar." Den Vorwurf der mangelnden Transparenz muss sich der Hersteller also nicht gefallen lassen.

Fraglich ist, ob ein Drucker tatsächlich ohne Weiteres einer Person zugeordnet werden kann. Wenn Lieschen Müller das Elektronik-Fachgeschäft mit einem Drucker verlässt, hat sie in der Regel keinen Namen und auch keine Adresse hinterlassen. Ermittler sind lediglich in der Lage, Querverweise aufzustellen und zu ermitteln, von welchem Drucker welche Geldscheinserien stammen. Ohne Hausdurchsuchungen auf gut Glück können Verursacher nur schwierig dingfest gemacht werden.

Hersteller dürfen erhobene Daten nicht auf Dauer speichern

Beunruhigend ist jedoch, dass einige Druckerhersteller eine Registrierung verlangen, um Treiber herunterladen zu können. Diese enthält den Namen und die Adresse. Ebenso können die Hersteller im Rahmen einer Service-Dienstleistung Adressdaten erheben. Xerox und Co. dürfen die Namen und Adressen aber nicht auf Dauer speichern, tun sie es doch, bewegen sie sich auf dünnem Eis.

Die Sprecherin der Landesbeauftragten von Nordrhein-Westfalen, Bettina Gayk, sieht keinen rechtlichen Grund, dass Hersteller Daten zur etwaigen späteren Strafverfolgung speichern und führt weiterhin an: "Wenn Druckerhersteller anlasslos Datensätze sammeln, verstoßen sie klar gegen den Datenschutz. Es handelt sich um eine unzulässige Vorratsdatenspeicherung, die höchst bedenklich ist."

Unbescholtene Bürger werden kriminalisiert

Für die Verfolgung von Straftätern mag die forensische Markierung durchaus sinnvoll sein, dass damit aber auch unbescholtene Bürger grundsätzlich verdächtigt werden, kriminelle Handlungen zu vollführen, hinterlässt ein gewisses Unbehagen. Bürgerechtler schimpfen, dass die Meinungsfreiheit in Gefahr sei, wenn Informanten, besonders auf politischer Ebene, Gefahr laufen ihre Identität zu verlieren. So ist es denkbar, dass eine Razzia in Redaktionsräumen die Verbindung zwischen Informant und Redakteur, mittels sichergestelltem Schriftverkehr, herstellt.

Menschen mit sensiblem Schriftverkehr oder kriminellen Absichten werden tunlichst Abstand von Druckern nehmen, die bekanntermaßen Papier markieren. Den Otto-Normal-Verbraucher wird es nicht kümmern, dass sein Drucker Papier markiert, und sich höchstens wundern, dass die gelbe Druckerpatrone sich langsam aber stetig leert, obwohl er doch nur in Schwarz druckt.


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grunzer, am 07.03.2007 14:57

Zitat:

In diesem Fall haben sich führende Druckerhersteller mit der US-Regierung zusammengesetzt, mit dem Ziel Dokumenten- und Geldfälschern das Handwerk zu legen.


Klar... was für ein Grund :vogel:...

Dazu fällt einem fast nichts mehr ein!
Wenn ich Geld fälschen will, dann brauche ich sicherlich die neuesten Treiberupdates und registiriere mich mit meinem realen Namen bei $Druckerfirma.
Außerdem habe ich den Drucker mit größter Wahrscheinlichkeit mit meiner Kreditkarte bezahlt :goodnite:

Ich hoffe wir erfahren auch irgendwann mal etwas von einem riesen Fahndungserfolg gegen einen Milliardendollar-Fälscherring auf Grund dieser Technik.
OkOk... man darf doch noch träumen, oder?

Grüße vom langsam paranoid werdenden
Grunzer


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