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08.08.2008
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Sachverstand statt Ultrazoom und Megapixel

Der große Einkaufsberater: Camcorder

DVD-Hardware und Medien

Was braucht eine Profi-Kamera?

Nachdem wir uns all die technischen Features angeschaut haben, möchten wir anhand eines Beispiels zeigen, wie "schlecht" Profikameras ausgestattet sind und warum sie trotzdem das beste Bild liefern. Nehmen wir beispielsweise eine JVC GY-DV5100. Dies ist eine EB-Kamera ("Elektronische Berichterstattung"). Dabei handelt es sich um eine Bauart, mit dem in der TV-Branche Außenaufnahmen für Nachrichten oder Berichte gedreht werden. Sie sind leichter und transportabler als richtige Studiokameras. Es handelt sich hierbei um eine so genannte "Schulterkamera".



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Die Schulterkamera DV5100

Dieses Modell hat weder digitalen Zoom noch einen Nachtmodus. Nicht einmal ein Autofokus ist vorhanden. Der Sucher ist gar nur schwarz-weiß. Einfache Erklärung: s/w-Displays sind schärfer als farbige, da bei Farbdisplays jeder Bildpunkt aus jeweils drei Pixeln besteht, beim s/w-Display nur aus einem. Die Sucher der Consumerkameras waren bis vor wenigen Jahren auch s/w, aber der Marktdruck, dass Farbe besser sei, hat dies beendet.



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Jeder Bildpunkt besteht im Gegensatz zu s/w aus drei Farbpunkten, was das Bild unschärfer macht.

Auch sonst sieht es für die EB-Kamera schlecht aus: Gerade einmal 440.000 Pixel Auflösung pro Sensor, kein Bildstabilisator, auch keine eingebauten Videoeffekte. Die Qualitäten der EB-Kamera liegen logischerweise woanders: Sie hat verwendet große, lichtstarke Objektive, die zudem noch wechselbar sind. Der Bildsensor ist 1/2 Zoll groß. Auch die sonstige Elektronik ist auf gutes Bild ausgelegt, was dem Dynamikumfang zu gute kommt. Das heißt, dass die Kamera mit starken hell/dunkel-Kontrasten gut zurecht kommt, was die meisten günstigen Kameras vor große Probleme stellt.

Dabei ist dieses Beispiel mit einem Preis von etwa 4.000 Euro noch weit von anderen professionellen Kameras entfernt. Dennoch sieht man, dass auch die billigen unter den Profigeräten kaum noch mit den Amateurmodellen verwandt sind. Es zeigt aber, worauf es bei der Bildqualität wirklich ankommt. Sie sollen deswegen nicht auf Komforteigenschaften verzichten, aber es zeigt, dass 14 Aufnahmeprogramme oder ein vermeintlich modernes Videoformat oder Speichermedium noch keine gute Kamera ausmachen.

Fazit

Es zeigt sich: MiniDV-Camcorder haben das beste Preis-Leistungsverhältnis. In den unteren Preisklassen sind sie rund 150 Euro billiger als vergleichbare DVD- oder Festplattenmodelle. Kein Wunder: DV-Laufwerke sind altbewährt, ausgereift und günstig. Kleine 8cm DVD-Brenner hingegen sind Spezialanwendungen und damit relativ teuer. In dem Bereich, wo die günstigsten DVD- und Harddiskgeräte beginnen, bekommt man schon ordentlich ausgestattete MiniDV-Geräte.

Wir sehen: Das, was sinnvoll ist, und das, was als wichtig verkauft wird, muss nicht immer übereinstimmen. Oft werden Nonsensefeatures hervorgehoben und die wirklich relevanten Dinge fallen unter den Tisch. Mit dieser Übersicht haben Sie ein solides Basiswissen in der Hand, sodass Sie nicht mehr von den Versprechen der Verkäufer abhängig sind. Lassen Sie die bunten Paradiesvögel mit den vielen Aufklebern ruhig links liegen. Achten Sie auf Qualität und suchen Sie sich Ihre Kamera nicht nach Features aus, die Sie doch nicht brauchen.

Denn ulkige Bildverfremdungseffekte können auch am PC eingefügt werden und ein Stativ funktioniert besser als jeder Bildstabilisator. Digitaler Zoom ist nutzlos, Mikrofon- und Kopfhöreranschluss können jedoch sehr sinnvoll sein, wenn der Ton bei einer Aufnahme wichtig ist. Ebenso ist ein Objektivfiltergewinde manchmal nützlich. Denken Sie an die Zukunft, wenn Sie Spaß und Interesse an der Filmerei haben, kaufen Sie nicht das kleinste Modell, das Ihren Ansprüchen nach kurzer Zeit nicht mehr genügt.

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