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08.08.2008
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Sachverstand statt Ultrazoom und Megapixel

Der große Einkaufsberater: Camcorder

DVD-Hardware und Medien

HD oder SD?

SD-AuflösungDer Begriff HD, der für "High Definition", also "hohe Auflösung", steht, hat nicht nur den TV-, sondern auch den Camcordersektor ordentlich aufgemischt. Aber bei den Videokameras ist die Verwirrung und das Formatchaos noch größer als bei den Fernsehern. Die verbreitetste Form im Consumerbereich ist momentan HDV. Sony, JVC, Canon und Sharp haben diesen Standard zusammen entwickelt. Dies ist ein MPEG2-Format, das Bilder in der maximalen Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln speichert. Allerdings beträgt die reale, physikalische Auflösung nur 1.440 x 1.080 Pixel und wird interpoliert. HDV 720p hat eine Auflösung von 1280 x 720 Pixeln.

Die Daten werden in der Regel auf einem herkömmlichen DV-Band gespeichert, es existieren aber auch HDV-Festplattencamcorder. HDV bringt dabei die gleichen Nachteile mit sich wie die anderen MPEG2-Aufnahmeformate: Die Art der Komprimierung ist nicht ideal für den Videoschnitt. Profis wandeln die Daten deshalb in unkomprimiertes Video, was für den Heimgebrauch aber nicht praktikabel ist.

Die Möglichkeiten dieser Technik sind faszinierend und die Zukunft liegt definitiv bei den hochauflösenden Medien. Neben dem schon erwähnten HDV hat sich auch AVC-HD, dass mit dem H.264-Standard verwandt ist, auf dem Markt etabliert.

Zum Vergleich: Bei SD, der "Standard Definition", entspricht die Anzahl der Bildpunkte denen beim PAL-Fernsehen: 720 x 576. Wer also noch einen herkömmlichen Fernseher hat, ist mit der Standardauflösung bestens bedient, steht aber vor dem Problem, dass es nur noch vereinzelte Camcorder gibt, die nur SD aufnehmen. Allerdings sind die HDV-Kameras meistens soweit abwärtskompatibel, dass sie auch das normale DV aufnehmen können.

Das Objektiv

Das ObjektivBei den gewöhnlichen Consumercamcordern gibt kaum gravierende Unterschiede bei den Objektiven. Je besser die so genannte "Lichtstärke", desto mehr Licht kann das Objektiv bei voll geöffneter Blende durchlassen. Dies verbessert die Aufnahmen bei wenig Licht. Aber erst richtig teure, mindestens semiprofessionelle Kameras verfügen über austauschbare Objektive und eine sehr gute Lichtstärke. Ein Filtergewinde am Objektiv wäre wichtig, um optische Filter vor der Objektiv zu schrauben.

Der Zoom

Die Zoomfunktion wird gerne mit Superlativen beworben. "700-facher digitaler Zoom" steht auf manchen Geräten, auf einigen sogar noch mehr. Dabei ist dieser völlig unbrauchbar. Denn der digitale Zoom beginnt erst dort, wo der optische Zoombereich endet. Er macht dabei nichts weiter, als das Bild zu vergrößern. Mit jeder Vergrößerungsstufe wird die Auflösung und damit das Bild schlechter. Mit solch einem Megazoom können wenige Pixel auf den gesamten Bildschirm vergrößert werden. Können Sie sich vorstellen, dass das gut aussehen soll? Dazu kommt, dass mit dem steigenden Zoomfaktor die Verwackelungen verstärkt werden. Schon bei zehnfachem optischem Zoom sind die Verwackelungen ohne Stativ unerträglich. Mehr Zoom braucht ein Hobbyfilmer nur sehr selten.

Manuelle Einstellmöglichkeiten

SD-AuflösungFür Einsteiger ist es sehr angenehm, wenn ein Camcorder komfortabel im "Autopilot"-Modus aufnehmen kann. Aber spätestens wenn man etwas fitter im Umgang mit dem Gerät ist oder schwierige Aufnahmebedingungen die Automatik überlisten, wird es Zeit, sich mit den manuellen Einstellmöglichkeiten auseinanderzusetzen. Wenn es denn welche gibt. Denn viele günstige Modelle beschränken die manuellen Eingriffsmöglichkeiten auf das Mindeste. Statt separatem Zugriff auf Blende, Verschlusszeit und Lichtverstärkung gibt es oft nur eine wenig transparente "heller"- und "dunkler"-Funktion. Soll beispielsweise ein Röhrenmonitor abgefilmt werden, muss oft die Verschlusszeit verändert werden, um nicht nur Flackern aufzunehmen.



Bild verkleinernBild vergrößern

Bei Consumergeräten werden fast alle Funktionen mit einem solchen Joystick gesteuert.

Gerade auch bei Kameraeinstellungen, wo beispielsweise Objekte nah an der Kamera vorbeifahren oder -gehen oder das Motiv sich weit entfernt schnell bewegt, gerät die Automatik schnell an ihre Grenzen. Sie versucht dann ständig, sich auf diese Objekte einzustellen. Manuell eingestellt lässt sich die Kamera durch nichts mehr aus der Ruhe bringen. Besonders wichtig ist auch der manuelle Fokus. Wenn man Objekte überhaupt nicht oder nur umständlich per Joystick manuell scharfstellen kann, sind viele Einstellungen bei Dreharbeiten nicht möglich. Am präzisesten und schnellsten lässt sich ein manueller Fokusring am Objektiv bedienen, dieser ist jedoch teureren Camcordern vorbehalten. Im Idealfall gibt es auch einen Kompromiss der Betriebsmodi, zum Beispiel manueller Fokus mit automatischer Belichtung und umgekehrt.


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