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08.08.2008
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Sachverstand statt Ultrazoom und Megapixel

Der große Einkaufsberater: Camcorder

DVD-Hardware und Medien

DVD

SD-KarteDie Aufnahme direkt auf DVD verspricht einige Vorteile. Zum Beispiel können die Videos ohne Bearbeitung auf einem herkömmlichen DVD-Player abgespielt werden. Zudem verspricht das Siegel "DVD" dem Laien gute Bildqualität, da die DVD zum Symbol für digitales Video geworden ist. Aber Vorsicht: Bei Camcordern ticken die Uhren anders.

Denn einerseits passen auf eine solche 8cm-DVD gerade einmal 1,4 Gigabyte pro Seite. Das bedeutet, dass in hoher Qualität nur 18 bis 30 Minuten Video aufgenommen werden können. Damit sind sie die Schlusslichter in unserem Vergleich. Zudem lassen sich DVD-R nur einmal beschreiben, wer mehrmals beschreiben will, muss teure DVD-RW oder am besten DVD-RAM-Rohlinge kaufen. Das Problem des geringen Speicherplatzes hat zum Beispiel Hitachi durch die Entwicklung von Blu-ray-Camcordern gelöst. Allerdings sind die nötigen Rohlinge noch sehr teuer.

Die Liste der Nachteile der DVD-Camcorder ist lang. Zu lang. Letztlich bleibt nur der Vorteil, die DVD direkt abspielen zu können. Zurecht sind neue DVD-Camcorder eine Seltenheit geworden. Wer Videobearbeitung machen möchte, ist hier ebenso falsch wie bei den Festplattenmodellen. Lediglich für Menschen, die sich mit der Technik nicht auseinandersetzen möchten, könnte solch eine Kamera die richtige sein.

MiniDV-Band

SD-KarteSo eine Magnetkassette mag auf einen Laien, der im Alltag nur noch mit DVDs und Festplatten zu tun hat, reichlich angestaubt wirken. Ist sie aber nicht. Im Profibereich sind sie nach wie vor das Maß der Dinge. Selbstverständlich haben sie auch Nachteile, denn statt zu einzelnen Stellen springen zu können, muss hier umständlich gespult werden.

Im Gegensatz zu den MPEG-Formaten wird bei DV jedes einzelne Bild vollständig gespeichert, nicht nur die so genannten "Keyframes". MPEG speichert zwischen den Key- oder auch I-Frames nur die Veränderungen des Bildes. Dadurch eignet sich DV hervorragend als Material für Videoschnitt. Zwar ist DV auch ein komprimiertes Format, aber es ist mit einer hohen Datenrate von etwa 3,1 MB/s sehr verlustarm. Deshalb ist es auch das einzige Format, das sowohl im Profi- als auch im Amateurbereich verwendet wird. Zum Vergleich: Unkomprimiertes digitales Video hätte eine Datenrate von ungefähr 36 Megabyte pro Sekunde.

Auf ein 80 Minuten-DV-Band passen umgerechnet knapp 18 Gigabyte. Im Longplaymodus sind damit 120 Minuten Aufnahmezeit drin. Dieser Longplay-Modus kostet anders als bei den anderen Formaten übrigens keine Bildqualität, das Band läuft lediglich langsamer und die Datenspur wird breiter geschrieben. Darum werden im LP-Modus sogar 27 Gigabyte geschrieben. Unter Umständen erhöht sich dabei die Wahrscheinlichkeit von Schreibfehlern und das Band kann eventuell nicht auf anderen Kameras abgespielt werden.

Fazit Formate und Medien

Welches Format das richtige für einen ist, hängt von den persönlichen Anforderungen ab. Wer mit dem technischen Background nichts zu tun haben möchte und seine Aufnahmen am liebsten ohne Nachbearbeitung im DVD-Player abspielen will, dem wird ein DVD-Camcorder am besten gefallen. Wer hohe Ambitionen hat, großen Wert auf Bildqualität legt und das Material am Computer schneiden will, für den bleibt auch heute nur MiniDV als Lösung. Denn viele Schnittprogramme akzeptieren keine MPEG-Daten und durch die Art der Komprimierung eignen sie sich kaum für Videoschnitt.

Lassen Sie sich hier aber nicht von Marketingversprechen oder Verkäufern einreden, dass DVDs oder Festplatten als Medium grundsätzlich moderner und damit auch besser als Magnetbänder seien. Diese Camcorder wurden extra zu dem Zweck erfunden, "modern" zu wirken, auch wenn sie technisch unterlegen sind. Das soll nicht heißen, dass sie grundsätzlich ein schlechtes Bild produzierten. Aber mit dem als Abspielformat konzipierten MPEG-Format sind sie ein technisch bitterer Kompomiss.

Zusätzlich gibt es noch verschiedene spezielle Formate, die von den High-Definition-Camcordern verwendet werden, auf die wir später eingehen. Wir werden nun auf die Ausstattungsmerkmale konzentrieren und erklären, was wichtig ist und womit Kunden nur geködert werden sollen.


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